Schach

Deutscher Schachbund e.V.

©DOSB/Sportdeutschland

Hier findet ihr alle relevanten Infos zum Schachsport. Ist Schach der richtige Sport für mein Kind? Ab welchem Alter kann man mit Schach anfangen, welcher Zeitaufwand kommt auf mich zu und was kostet das alles?

Was ist Ziel Schachart?

Matt setzen. Schach ist Denksport und fördert logisches Denken, Rechnen (Kombinationen), Kreativität und Phantasie (Spielideen) und Aufmerksamkeit (Länge). Modernes Schach wird auf Zeit gespielt, gängig sind 90 Minuten je Spieler für 40 Züge und danach mit weiteren geringeren Zeitdeputaten. Es gibt aber auch das Blitz – und Schnellschach (auch als offizielle Meisterschaften) mit lediglich 5-20 Minuten je Spieler/in.
Schach kennt Sieg, Remis , Patt und Niederlage als Spielausgänge. Es ist ein Spiel der Ideen und das Ringen um Positionen der Figuren und Kombinationen mit den Figuren.
Einfach mal ausprobieren.

 

Warum sollte man Schach betreiben?

a) Seine Zeitlosigkeit und Kreativität, es kann zeitlebens ausgeübt werden.
b) Spaß am Denken und Interesse an Logik
c) fördert Mathematik und Konzentrationsfähigkeit
c) lehrt Geduld und schult Aufmerksamkeit
d) die Kombination mit Fitness-Training ist sehr gut (Kondition und Ausdauer)
e) gemischte Teams, Jung & Alt, Frauen & Männern, individuell und im Team
f) sehr fairer Sport, eine Partie ist immer ein Gesamtkunstwerk beider Spieler

 

Allgemein

Ab welchem Alter ist es sinnvoll, mit Schach anzufangen?

Früh ist gut und möglich, ab ca. 6-7 Jahre. Grundsätzlich ist ein Einstieg jederzeit möglich.
Zudem kann der Denksport lebenslang ausgeübt werden. In offenen Turnieren und Mannschaften spielen oft junge und alte Schachfreunde gemeinsam oder gegeneinander.

Wie ist die Verteilung Jungen/Mädchen?

8% Mädchenanteil, Tendenz leicht steigend. Wir arbeiten daran. Schach ist traditionell ein Männersport gewesen. Dies ändert sich sukzessive durch Frauen- und Mädchenförderung.

Betreiben Jungen und Mädchen den Sport gemeinsam?

Beides ist möglich. Es gibt Frauenteams und Mädchenschach im Sinne mono-edukativer Schachangebote und Frauen- bzw. Mädchenturniere. Zugleich können aber Mädchen jederzeit entscheiden, ob sie die genderoffenen Turniere spielen möchten. D.h. bei Turnieren spielen mitunter Mädchen und Frauen ein entsprechendes Frauenturnier, zugleich spielen andere Frauen das offene Turnier.

 

Zeitaufwand

Wie viele Stunden wird Schach pro Woche etwa in Anspruch nehmen?

Gut und ausreichend wären bis zu 1.5-2 Stunden an 2-3 Tagen in der Woche und regelmäßige Partien im Verein und bei Verbandsspielen. Eine Schachpartie kann bis zu sechs Stunden andauern. Junge Talente sollten 40-50 Partien im Jahr spielen. Ein Turnier umfasst jeweils 7-11 Partien mit 5-11 Spieltagen (je nach Anzahl von Doppelrunden, d.h. zwei aufeinander folgenden Partien an einem Tag).

Wie oft wird trainiert?

In der Regel einmal je Woche am Vereinsabend, größere Vereine bieten auch 2 Trainingsabende an. Hinzu kommen ca. alle 1-2 Monate ein gemeinsames Training im Bezirk oder F-D-Kadern.

Wird Schach das ganze Jahr betrieben oder gibt es Pausen?

Schach ist Ganzjahressport und wird i.d.R. Indoor betrieben. Es gibt aber (z.B. Schimmbädern und Parks) größere Gartenschachanlagen.
Die Saison findet von September bis April statt mit i.d.R. 7-9 Verbandsspielen. Die Bundesliga umfasst 16 Vereine und somit 15 Runden.

Ab welchem Alter gibt es Wettkämpfe?

Ab U8.

Wie viele Wettkämpfe finden in etwa statt?

Vom September bis April Verbandsspiele, ca. alle 2-3 Wochen.
Parallel und in den Saisonpausen sehr viele Schach-Open und Schachturniere in der ganzen Welt. Interessierte Kinder und Jugendliche können de facto fast wöchentlich Turniere spielen.

Wie weit sind die Anfahrten zu Wettkämpfen?

Hängt in der Tat von der Spielklasse ab. In den unteren Ligen sind dies Bezirke mit 10- ca. 80km Radius (städtisch-urban versus ländlich-rural)

Wie sehr kann/muss man sich als Eltern einbringen?

Eltern erbringen oft Fahrtdienste oder übernehmen mal bei eigenen örtlichen Turnieren Zuarbeiten. Oft sind Eltern auch die ersten Trainer/innen.

 

Kosten

Wie hoch sind in etwa die Mitgliedsbeiträge ungefähr?

Die Jahresbeiträge variieren von ca. 50 bis ca. 80 Euro im Schnitt. Größere Vereine habne leicht höhere Beiträge bis ca. 120-150 als Jahresbeitrag.

Welche Ausrüstung muss man selbst besorgen und was kostet diese?

Diese ist nicht zwingend nötig. Zum Üben genügen ein Brett und Figurensatz, wie sie oft in Spielesammlungen zu finden sind. Schach ist eben tw. auch Volkssport. Professionelle Bretter und Figuren sind für 20-40 Euro zu haben, eine wünschenswerte digitale Schachuhr ca.40-50 Euro. Digitale Schachprogramme sind tw. umsonst im Netz verfügbar, professionelle Programme kosten 50-100 Euro. Im Internet kann kostenlos interaktiv Schach gespielt werden.

Die Vereine stellen jedoch Material für die Spielabende. Also eigentlich braucht es nicht zwingend eigene Ausrüstung.

Wie oft wird neue Ausrüstung benötigt?

Äußerst selten. Upgrades von Programmen werden angeboten. Bei guter Behandlung heben Holz-Sets ein Leben lang, Plastikspielesets ca. 5-10 Jahre bei intensiver Nutzung.

 

Verbreitung

Wie viele Vereine gibt es?

Bundesweit 2.600

Gibt es eine Übersicht über alle Vereine?

Über die Website des DSB ist eine Vereinssuche kostenlos möglich und gewünscht.

Wie viele Mitglieder gibt es?

Ca. 95.000 / ca. 8.ooo Frauen zu 87.ooo Männern

 

Karriere

Gibt es eine Nationalmannschaft?

Ja, Frauen, Männer, Senioren, Jugend U10-U20

Wie gut ist die Nationalmannschaft?

Mal so, mal so. Von den schachspezifischen Wertungszahlen rangiert Deutschland bei den Frauen und Männern unter den TOP 20. Beste Platzierungen waren die Europameisterschaft 2012 und etliche Jugendtitel auf EU-Ebene.

Hinzu kommen die Einzelmeisterschaften.

Ist Schach olympisch?

Nein, obschon es eine Schacholympiade gibt. Aber der Namen täuscht.

Kann man Profi werden?

Sehr begrenzt für eigenständigen Lebenserwerb nur durch Schach, öfters bei Trainer/innen. Verbreitet sind Semiprofis, d-h. Honorare für Spieleinsätze in den oberen Ligen oder Handgelder bei Turnieren für gute Schachmeister (Großmeister, Internationale Meister). Bei Schachturnieren werden auch Preisgelder für obere Ränge ausgelobt. National sind dies bei hochrangigen Turnieren 2.000-10.000 Euro, international 5.000-20.000 Euro (allerdings oftmals Qualifikationsturniere, geschlossener Teilnehmerkreis oder Einladungsturnier.
Insgesamt sind die Chancen für Profis eher gering, der Amateursport dominiert.

Es spielen viele ausländische Spitzenspieler in der Schachbundesliga.

 

Gesundheit

Wie hoch ist das Verletzungsrisiko?

Sehr gering.

Welche Verletzungen sind typisch?

Unbekannt, allenfalls ein gekränktes Ego nach unglücklichen Verlusten.

Gibt es gesundheitliche Spätfolgen?

Nein, im Gegenteil kann Schach im hohen Alter vor Demenz schützen. Allerdings berichten ältere Schachspieler auch mitunter von Kopfschmerzen (Schachmigräne) nach anstrengenden Turnieren oder sehr langen Partien. Dies ist sehr individuell ausgeprägt. Schach als Leistungssport und als Breitenschach macht hier keinen Unterschied.

 
Website des Verbands: www.schachbund.de

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